Bücherliste zum Thema Nonsens-Gedichte

 

NONSENSE-GEDICHTE – Eine weiterführende Bücherauswahl

Hier ist eine Bücherliste für alle, die die Anthologie „Ununterbrochen schwimmt im Meer der Hinundhering hin und her“ gelesen haben und noch mehr Nonsens-Gedichte kennenlernen wollen.

Es ist nichtClown leicht, eine wirklich weiterführende Liste an Büchern mit Nonsens-Lyrik zusammenzustellen, denn die meisten Bücher sind seit vielen Jahren vergriffen und höchstens noch über Antiquariate, das Zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher (ZVAB) oder über amazon zu bekommen.

Unter den noch lieferbaren Anthologien sind vor allem zu nennen:

 

Ffirlefanzirlefanz, ganz und gar und gar und ganz. Sinn- und Unsinnsgedichte. von Jens Sparschuh. Mit Bildern von Susanne Straßer. 224. S., Berlin: Tulipan Verlag, 2012Interessanterweise gibt es zwischen diesem Buch und meinem nur vier Gedicht-Überschneidungen.

Hell und schnell. 555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten. von Robert Gernhardt und Klaus Cäsar Zehrer. 624 Seiten, Frankfurt: S. Fischer Verlag, 2004
Ein riesiges Konvolut mit wunderbarem Nonsens, wofür schon allein Robert Gernhardt als einer der beiden Herausgeber spricht. Leider ist das Buch ohne jegliche Illustrationen und nicht nur dadurch eher für ein erwachsenes Publikum geeignet.

Deutsche Unsinnspoesie. von Klaus Peter Dencker. 448 S., Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1978
Ebenfalls ein sehr umfassendes Buch, aber auch weitestgehend unillustriert und somit ein echtes Reclam-Buch für ältere Schüler und Studenten.

Ein Pudel spricht zur Nudel. Komisches für Kinder. Hrsg. von Gudrun Schury. Illustrationen von Leonard Erlbruch. 352 S., Berlin: Aufbau Verlag, 2010
Das Buch enthält neben Gedichten auch komische Prosatexte.

Kängt ein Guruh. Hundert komische Gedichte. Hrsg. Von Gudrun Schury. 192 S., Berlin: Aufbau Verlag, 2009

 

Erwähnt sei an dieser Stelle noch ein ganz anderes Buch, in dem sich eine unendliche Menge an alten Kinderreimen findet, von denen viele natürlich auch köstlicher Nonsens sind:

Viele schöne Kinderreime. Versammelt von Hans Magnus Enzensberger. 386 S., Frankfurt: Insel Verlag 1961 (Neuausgabe 2012)

Es gibt auch noch viele andere schöne und – anders als das Enzensberger-Buch – für Kinder illustrierte Sammlungen von Kinderreimen, doch es würde zu weit vom Thema Nonsens-Gedichte wegführen, diese Bücher hier alle aufzulisten.

Unter den antiquarischen – also nicht mehr im allgemeinen Buchhandel erhältlichen – Büchern möchte ich einige besonders hilfreiche Bücher für den herausstellen, der nach wirklichem Nonsens sucht. Sortiert ist diese Auswahl nicht nach dem Alphabet und auch nicht nach dem Erscheinungsjahr, sondern danach, welche Bücher ich nach wie vor für die faszinierendsten Sammlungen halte, allen voran:

ScSchmurgelsteinhmurgelstein so herzbetrunken. Verse und Gedichte für Nonsense-Freunde von 9-99, versammelt, gemischt und hrsg. von Hans A. Halbey. Mit vielen farbigen Bildern von Rotraut Susanne Berner. 184 S., München: Hanser Verlag, 1988
Bis heute ist dies eines der schönsten, allumfassendsten und zudem wunderbar sowohl für Kinder als auch für Erwachsene illustrierten Nonsens-Bücher, das mich viele Jahre begleitet hat und in mir den Wunsch weckte, etwas ebenso Schönes, Unsinniges zusammenzustellen.

Die Meisengeige. Zeitgenössische Nonsensverse, gesammelt und herausgegeben von Günter Bruno Fuchs. 192 S., München: Hanser Verlag, 1964.
Hier haben zeitgenössische Dichter von Paul Celan bis Günter Grass dem befreundeten Herausgeber ihren Nonsens geschickt. Ein wunderbares Buch, wenn auch eher für Erwachsene.

Alles Unsinn. Scherz und Ulk von ehedem bis momentan. Gesammelt und hrsg. von Heinz Seydel. 320 S., Berlin: Eulenspiegel Verlag. Das neue Berlin, 1969 (Neuausgabe 2000)
In diesem Buch finden sich viele geniale Nonsens-Gedichte von alten und neuen, bekannten und weniger bekannten Autoren. Eine echte Fundgrube, aber leider gänzlich ohne Illustrationen.

Herr Je, das Nichts ist bodenlos. Unsinn in Poesie und Prosa. von Wilhelm Höck, mit Zeichnungen von H. P. Willberg. 332 S., München: Franz Ehrenwirth Verlag, 1968
Auch dieses Buch ist eine echte Fundgrube und beschränkt sich dabei nicht nur auf Lyrik, sondern enthält ebenso viel Nonsens-Prosa, zum Beispiel von dem zu Unrecht vergessenen italienischen Schriftsteller Carlo Manzoni – einem der fantastischsten Nonsens-Dichter des 20. Jahrhunderts.

Eine Liste muss übersichtlich bleiben, deshalb will ich nicht alle Nonsens-Sammlungen auflisten, die ich mit Begeisterung bei meiner Arbeit konsultiert habe.

Ein Bereich aber, der in meiner Anthologie „Ununterbrochen schwimmt im Meer der Hinundhering hin und her“ aus Platzgründen leider gänzlich ausgespart bleiben musste, sind Limericks. Die besten stammen natürlich von Edward Lear und ich möchte an dieser Stelle wenigstens zwei Ausgaben nennen, die wegen ihrer Übertragung ins Deutsche besonders zu empfehlen sind:

Edward Lears KNonsensompletter Nonsens. Ins Deutsche geschmuggelt von Hans Magnus Enzensberger. 408 S., Frankfurt: Insel Verlag, 1977
Völlig zu Unrecht ist diese wunderbare Ausgabe mit den kongenialen Enzensberger-Übertragungen nicht mehr lieferbar und nur noch antiquarisch erhältlich.

Edward Lear: Sämtliche Limericks. Englisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Theo Stemmler. 250 S., Stuttgart: Philipp Reclam jun., 1988

Und nun will ich noch in aller Kürze auf einige Gedichtbände von Autoren hinweisen, die sich besonders unter dem Gesichtspunkt Nonsens lohnen. Dabei verzichte ich hier darauf, die Gesamtausgaben von Dichtern wie Christian Morgenstern oder Joachim Ringelnatz, aber auch von Ernst Jandl, Robert Gernhardt oder F. W. Bernstein aufzulisten. Und doch möchte ich gleich mit einem Buch von Christian Morgenstern beginnen, das sich wegen seiner besonderen Gestaltung absolut lohnt:

GalgenliederChristian Morgenstern: Alle Galgenlieder. Mit Zeichnungen von Hans Ticha. 362 S., Frankfurt: Edition Büchergilde, 2013
Es gibt dieses Buch in zwei Ausgaben mit unterschiedlichem Cover, eine für den Buchhandel und eine für Mitglieder der Büchergilde Gutenberg. Beide Cover sind nach Motiven von Hans Ticha gestaltet, aber verschieden angelegt.

Und dann einige ausgewählte Bücher der Reihe „Gedichte für neugierige Kinder“ aus dem Boje Verlag in Köln:

Mathias Jeschke: Wie das Wiesel dem Riesen den Marsch blies. Illustriert von Jens Rassmus. 64 S., 2010

Mascha Kaléko: Der Papagei, der Mamagei und andere komische Tiere. Illustriert von Verana Ballhaus. 80 S., 2009

Mascha Kaléko: Wie’s auf dem Mond zugeht. Illustriert von Verena Ballhaus. 80 S., 2010

TreppeJan Koneffke: Trippeltrappeltreppe. Illustriert von Christoph Mett. 80 S., 2009. Leider vergriffen.

Arne Rautenberg: der wind lässt tausend hütchen fliegen. Illustriert von Karsten Teich. 72 S., 2010

Edward van de Vendel: Superguppy. Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Illustriert von Fleur van der Weel. 64 S., 2008

Edward van de Vendel: Lieb sein, Superguppy! Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf. Illustriert von Fleur van der Weel, 64 S., 2011

Als Gedichtreihe ist das Boje-Projekt einmalig, doch es gibt – oder leider: gab! – auch in anderen Verlagen in den letzten Jahren Gedichtbücher von gegenwärtigen Autoren. Genannt werden sollen hier nur die mit einem größeren Anteil an Nonsens-Texten:

SeltsameSeitenDaniil Charms: Seltsame Seiten. Ausgewählte Gedichte und Geschichten für Kinder. von Vladimir Glozer. Illustriert von Vitali Konstantinov. Aus dem Russischen von Alexander Nitzberg und Andreas Tretner, 128 S., Berlin: BV Berlin Verlag, 2009. Leider vergriffen.

Uwe-Michael Gutzschhahn: Unsinn lässt grüßen. Mit Radierungen von Erhard Dietl, 48 S., Hildesheim: Gerstenberg Verlag, 2012. Auch dieses Buch ist vergriffen, Restexemplare können aber per Mail beim Autor bezogen werden, s. Website www.gutzschhahn.de.

Franz Hohler: Es war einmal ein Igel. Kinderverse. Mit Illustrationen von Kathrin Schäfer, 64 S., München: Hanser Verlag, 2011

Heinz Janisch: Ich schenk dir einen Ton aus meinem Saxofon. Mit Zeichnungen von Linda Wolfsgruber, 96 S. Wien: Verlag Jungbrunnen, 1999

Heinz Janisch: Heute will ich langsam sein. Illustriert von Linda Wolfsgruber, 96 S., Wien: Verlag Jungbrunnen, 2005

Paul Maar: JAguar und NEINguar. Gedichte. Bilder von Ute Krause. 176 S., Hamburg: Oetinger Verlag, 2007

MammutmausPeter Maiwald: Die Mammutmaus sieht wie ein Mammut aus. Gedichte für Kinder. Gestaltung und Illustration von Hildegard Müller, 80 S., München: Hanser Verlag, 2006.
Es ist eine Schande, dass dieses wunderbare Buch des leider verstorbenen Dichters nicht mehr lieferbar ist.

Arne Rautenberg: montag ist mützenfalschrumtag. Gedichte, mit Zeichnungen von Jens Rassmus, 48 S., Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2014

Michael Roher: Wer stahl dem Wal das Abendmahl? Gedichte. Seitenangabe. Wien: Luftschacht Verlag, 2013

Manfred Schlüter: Reime-EimeR 8×8 Gedichte für kleine und große Menschen von 8-88. 96 S., Köln: Boje Verlag, 2006. Leider vergriffen. Aber wer sich für das Buch interessiert, kann es noch beim Autor beziehen, s. unter www.manfred-schlueter.com

Jürg Schubiger: der wind hat geburtstag. Mit Illustrationen von Wiebke Oeser, 48 S., Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2010

ZweiJürg Schubiger, Wolf Erlbruch: Zwei, die sich lieben wollen. 48 S., Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2012

Jürgen Spohn: Drunter & Drüber. Verse zum Vorsagen, Nachsagen, Weitersagen. 112 S., München: C. Bertelsmann Verlag, 1980
Auch Jürgen Spohn ist zu Unrecht vergessen. Keines seiner Gedichtbücher mit wunderbarem spielerischem Nonsens ist nach seinem Tod noch einmal aufgelegt worden.

Jürgen Spohn: Das Schnepfen-Köfferchen. 112 S., Stuttgart: Thienemann Verlag, 1985

Jürgen Spohn: Flausensausen. Mit zehn Holzschnitten des Autors, 48 S., Ravensburg: Ravensburger Buchverlag, 1989

Diese Liste entbehrt jeder Vollständigkeit und soll weiter ergänzt werden. Die Auswahl ist absolut subjektiv und natürlich voller Lücken.

 

Hier folgen einige wichtige Ergänzungen:

Arne Rautenberg: Unterm Bett liegt ein Skelett. Gruselgedichte für mutige Kinder. Illustrationen von Nadia Budde. 48 S., Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2016

Arne Rautenberg: Rotkäppchen fliegt Rakete. Neue Gedichte für Kinder. Illustrationen von Jens Rassmus. 48 S., Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2017

Frantz Wittkamp: In die Wälder gegangen, einen Löwen gefangen. Illustrationen von Axel Scheffler. 48 S., Weinheim: Beltz & Gelberg, 2016

 

Am Schluss soll noch ein Buch stehen, das mir im Zusammenhang mit Nonsens und Sprachspiel besonders zu erwähnen scheint:

BabelFranz Fühmann: Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel. Ein Sprachspielbuch. Mit Bildern von Egbert Herfurth. 360 S., Rostock: Hinstorff Verlag, 2005. (Erstausgabe: 1878)
Dieses Werk ist ein Spielbuch in Sachen Sprache, ein Sprachbuch voll Spielsachen und ein Sachbuch der Sprachspiele.

Aktuelle Artikel

Eine Reise in den Norden

Zehn Tage zwischen Berlin und Hamburg. Eine anstrengende, aber großartige Lesung vor 200 Siebenjährigen an der Berliner Allegro-Grundschule am Mittwoch, 22. Mai, war der Auftakt meiner Reise gen Norden. Eigentlich sollte ich ja wie 2016 im Schlossparktheater in Berlin-Steglitz lesen, aber daraus wurde nichts und zum Glück ist die Allegro-Grundschule noch kurzfristig eingesprungen und ich habe mich dort sehr wohl und bestens aufgehoben gefühlt.

Am Tag darauf ging es weiter nach Hamburg zur Verleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises an Steven Herrick und mich als Übersetzer für den wunderbaren Versroman „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“, der auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert ist. Eine schöne Veranstaltung, die am Nachmittag im Westin-Hotel in der Elbphilharmonie begann und mit einem abendlichen Konzert im Kleinen Saal gekrönt wurde. Aber der Blick von der „Elfi“ über Hafen und Stadt war fast noch schöner an diesem sonnigen Tag. Und wie schön für mich, „meinen“ australischen Autor und Freund Steven wiederzutreffen, dem ich ja schon beim versfest Berlin 2016 begegnet war.

Am Sonntag, den 26. Mai ging es dann wieder zurück nach Berlin, wo ich am Montag zwei wunderschöne Lesungen in der Deutsch-Skandinavischen Schule hatte und mit den Kindern zwei zauberhafte Maus-Gedichte für mein neues Buchprojekt entwickeln konnte, das im Herbst 2020 bei Elif erscheinen wird.

Und schließlich am Dienstag als krönender Abschluss der Reise (die noch bis Donnerstag ging) ein Gespräch in der Buchhandlung Mundo Azul – einer internationalen Kinderbuchhandlung –, zu dem Mariela Nagle geladen hatte und in dem ich über die Bedeutung von Lyrik für Kinder und die Entwicklung der Poesie bei den Verlagen seit 2012 berichten durfte. Dort habe ich nicht nur aus meinem aktuellen Buch „Die Muße der Mäuse“ Texte gelesen, sondern auch neue Projekte vorgestellt, wie den fast fertigen Band „MÄUSEKINO“ oder den Versroman „The Truth Pixie“ des amerikanischen Autors Matt Haig, den ich für dtv übersetzen durfte und der ebenfalls im Herbst nächsten Jahres erscheinen wird.

Eine perfekte Reise mit vielen neuen Bekanntschaften und etlichen Einladungen für Lesungen und Veranstaltungen im nächsten Jahr, nicht nur in Berlin. Und mit vielen Erlebnissen und interessanten Erfahrungen. Dem Norden sei Dank.

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