Gedicht des Monats Februar

Hirn an Mund

Zeig ihm die Stirn, flüstert das Hirn.
Kann man nichts machen, räuspert der Rachen.
Bei meiner Seele, röchelt die Kehle.
Wird ganz schön knacken, pusten die Backen.
Dann drück ich die Daumen, raspelt der Gaumen.
Verrückte Pläne, schnalzen die Zähne.
Junge, Junge, lispelt die Zunge.
Na und, denkt der Mund
und schreit los ohne Grund.

Kinderlyrik im Blog

Das_GedichtImmer weniger Kindergedichte. Woran liegt es? Den Verlagen die Schuld zu geben, wäre falsch. Sie publizieren seit Jahren gegen den Strom. Erfolg haben sie mit bekannten Autoren oder mit Anthologien. Und die weniger bekannten Dichter, die für Kinder schreiben? Kaum eine Chance. Es ist noch schwerer als in der Erwachsenenlyrik, denn es fehlt an kleinen und kleinsten Verlagen, die sich die Kinderlyrik auf ihre Fahnen schreiben. Deshalb arbeite ich künftig mit Anton G. Leitner zusammen, der seit 22 Jahren die wichtige Zeitschrift „das gedicht“ und einen dazugehörigen Lyrikblog betreibt. Ab März werde ich unter www.dasgedichtblog.de jeweils am 10. eines Monats Kindergedichte eines Autors oder einer Autorin vorstellen. Im März wird es der zu Unrecht vergessene Peter Maiwald sein, der 2008 im Alter von 62 Jahren starb. Ab der Nr. 23 der Zeitschrift „das gedicht“ (erscheint im Herbst 2015) wird auch diese jeweils 8 Seiten Kinderlyrik enthalten, um die ich mich kümmere.

Geballter Nonsense

Nein, die Überschrift ist in sich schon Nonsense, denn geballt wäre er nur, wenn ich das Manuskript in ein großes Papierknäuel pressen und wegwerfen würde. Das ist aber Nonsense, denn es ist eine umfangreiche Sammlung alter und neuer Nonsense-Lyrik entstanden mit Gedichten von Lessing bis Peter Maiwald und von Eichendorff bis Arne Rautenberg. Das 200-Seitenbuch erscheint im Herbst 2015 bei cbj unter dem schönen Titel: „Ununterbrochen schwimmt im Meer der Hinundhering hin und her. Das dicke Buch vom Nonsense-Reim“ und wird gestaltet von Sabine Wilharm. Der Hinundhering stammt übrigens von Dichter Frantz Wittkamp.

Gedicht des Monats Dezember

Der Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann bleibt dieses Weihnachten zu Haus,
packt die Geschenke alle lieber selber aus
und schickt bloß seinen leeren Schlitten auf die Reise.

Die Rentierschar holt durch den Schornstein superleise
ihm unsern Weihnachtsbraten und den Weihnachtskuchen,
den Ma und Pa verzweifelt schon im Kühlschrank suchen.

Zum Schluss auch noch den bunt geschmückten Weihnachtsbaum,
flutsch geht der durch den Schornstein hoch, ihr glaubt es kaum.
Ehrlich, dies Jahr könnt ich den Weihnachtsmann verfluchen.

Portrait in der Süddeutschen

In der Ausgabe vom 4. November ist im Bayern-Teil der Süddeutschen Zeitung ein großes Portrait von Barbara Hordych über mich und meine Arbeit erschienen. Anlass für den Artikel waren zwei Veranstaltungen am 4. und 6. November in der Münchner Stadtbibliothek im Gasteig und der Buchhandlung Lehmkuhl in Schwabing zur Frage, wie viel Gewalt im Jugendbuch dargestellt werden darf. Während die Veranstaltung im Gasteig als Podiumsdiskussion angelegt war, bei der die Bücher „Bunker Diary“ von Kevin Brooks und „Die unterirdische Sonne“ von Friedrich Ani im Zentrum standen, ging es bei Lehmkuhl zwei Tage später abends um 20.30 Uhr um eine Lesung aus den beiden Büchern, moderiert von Jugendbuchhändlerin Katharina Lemling und ein Gespräch zwischen Autor Ani und mir als Übersetzer von „Bunker Diary“.