Gedicht des Monats November

Federn

Mein Engel zählt seine Federn,
die schönen mit weichem Flaum.

Sein Körper ist uralt und ledern,
er fliegt mir durch meinen Traum.

Ich lebe in schwarzgrünen Zedern
und halte die Vögel im Zaum.

Ich sammle die taumelnden Federn
und hänge sie neu in den Baum.

Große Preisverleihung in Volkach

Ein sonniger Herbsttag mit warmem Wetter und goldener Laubfärbung: So präsentierte sich der berühmte Weinort Volkach am Main, als ich am 19. Oktober den „Großen Preis“ überreicht bekam. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die Akademie-Chefin Claudia Pecher organisiert hatte: eine Laudatio von Michael Augustin (was für wunderbare Worte zu meiner Lyrik!), ein kurzweiliges und interessantes Gespräch mit Christiane Steen über das Übersetzen (zwei Kollegen und Freunde, die das Gleiche lieben), ein von Johannes Öllinger genial vertontes Gedicht („Sommernacht“). Was kann man sich Schöneres wünschen als einen so rundum gelungenen Festtag mit vielen Freunden und Weggefährten. Ich bin noch immer ganz gerührt und unendlich dankbar.

Fotos: © Andreas Kneitz/webflasher

Sonderpreis für das übersetzerische Gesamtwerk

JuLit3Kaum zu fassen – ich bin überglücklich und zutiefst gerührt von den vielen Reaktionen auf der Frankfurter Buchmesse, wo mir bei der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2018 der Sonderpreis für das Lebenswerk eines Übersetzers zugesprochen wurde. Der Sonderpreis geht abwechselnd an AutorInnen, IllustratorInnen und ÜbersetzerInnen. Zuletzt wurden als Übersetzer Angelika Kutsch (2014), Tobias Scheffel (2011), Gabriele Haefs (2008) und Harry Rowohlt (2005) geehrt. Der Preis für ein übersetzerisches Gesamtwerk ist im Übrigen erst zum achten Mal vergeben worden. Überreicht wurde er von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Die Laudatio hielt die Vorsitzende der Sonderpreisjury Professor Heike Elisabeth Jüngst.

Hier die Kurzbegründung der Jury.

 

Bilder: © AKJ / Sebastian Kissel

Mäuse bei Guggenmos

Mit dem Gedichtband „Was denkt die Maus am Donnerstag“ wurde der Dichter Josef Guggenmos (1922-2003) einst berühmt. Das Buch hat sich bis heute fast 500.000 mal verkauft. Seit 2016 gibt es den Josef-Guggenmos-Preis, der sich als erste und einzige der unzähligen Kinder- und Jugendliteratur-Auszeichnungen der Lyrik widmet. Der Preis vor zwei Jahren ging an Arne Rautenberg. Diesmal wird – zum ersten Mal in Irsee im Allgäu, wo Guggenmos geboren wurde und sein ganzes Leben verbracht hat – Michael Hammerschmid aus Wien ausgezeichnet. Neben dem Preis gibt es eine Empfehlungsliste, die 5 Bücher umfasst. Hier ist auch mein neues Buch „Die Muße der Mäuse“ erwähnt und mit einer schönen Jury-Begründung versehen. So grüßen meine Mäuse voller Muße die Deinstagsmaus von Josef Guggenmos und fühlen sich als poetische Enkel. Wer die Jury-Begründungen zu meinem und den anderen Büchern nachlesen will, findet die Pressemitteilung der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach, die den Preis vergibt, hier:

Jury-Begründung.

Gedicht des Monats Oktober

Das Känguru

Es war einmal ein Känguru,
das musste unbedingt aufs Klu.

Es war einmal ein Kängoro,
das musste unbedingt aufs Klo.

Es war einmal ein Kängiri,
das hatte leider keinen Schnie …

Es war einmal ein Kängere,
dem tat der Popo schrecklich weh.

Es war einmal ein Kängaurau,
das hatte einen schlimmen Stau.

Es war einmal ein Kängara,
das schrie vor Freude: Endlich da!

Es war einmal ein Känguru.
Nun reimt sich‘s sauber. Jetzt gebt Ruh.