Gedicht des MOnats November

Bergziegen

Wenn die Bergziegen
um die Felsen biegen,
wo sich grüne Halme wiegen,
sind sie steil hinaufgestiegen,
um die Gipfel zu besiegen.
Wollen sich an Steine schmiegen
und etwas zu fressen kriegen.
Sehn am Himmel Adler fliegen.

Heike Nieder auf Radio Hörbahn

Ein neuer Beitrag ist auf Radio Hörbahn eingestellt: In dem Internetradio mit Schwerpunkt Lyrik ist seit letzter Woche ein Gespräch von mir mit der Lyrikerin Heike Nieder eingestellt. Und die Autorin liest ihre schönsten Gedichte. Es lohnt sich, diese neue Dichterin kennenzulernen. Ihre Texte sind voller Sprachwitz und kindlicher Fantasie. Hier geht es zum Link, um auf die Radioseite zu kommen.

Steven Herrick holt den zweiten großen Preis

Und wieder der Deutsche Jugendliteraturpreis! Diesmal für das Jugendbuch „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ des australischen Schriftstellers Steven Herrick. Im Frühsommer war der Roman schon in Hamburg mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2019 ausgezeichnet worden. Nun entschied sich die Jury des Deutschen Jugendliteraturpreises trotz einer sehr starken Konkurrenz für dieses Werk mit den Worten: „Die gebrochenen Zeilen geben den Rhythmus vor für das, was das Leben ausmacht ((…)) Es ist ein Buch, das ermutigt und nicht verzweifeln lässt – trotz aller Umstände. Es ist ein Buch, das mitwächst und berührt. Nicht zuletzt gelingt dies durch die feinsinnige, poetische Sprache, die für die Schönheit des Lebens mit allen Sinnen empfänglich macht. Die Ästhetik des Textes entfaltet sich auch in der meisterlichen Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn.“ Auch der Thienemann Verlag freut sich über diese Anerkennung für die Anstrengungen in jüngster Zeit, die literarische Tradition des Hauses wieder deutlich zu stärken.

Ein Video der Preisverleihung gibt es hier. Spannend wird es ab Minute 57.

Zur ausführlichen Jurybegründung geht es hier.

Reise zum Glaswaldsee

Einen stilleren, abgeschiedeneren See habe ich noch nirgends gesehen. Keine Menschen, keine Stimmen, nur der dunkle Karsee mit seinem glasklaren Wasser, in dem sich Himmel und Wald spiegeln. Felssteine und alte Stämme liegen stumm im See und gaukeln seltsame Figuren hervor. Der Rand des Sees ist unwegsam, von niemandem geebnet und gangbar gemacht. Wurzelgeflechte, Ranken, dicht bemooste Steine ragen in unglaublichen Farben aus dem modrigen Boden. Für mich ist der Glaswaldsee oberhalb von Bad Schappach im Schwarzwald ein phantastischer poetischer Traum und ich muss zu ihm hoch, wann immer ich in der Gegend bin. Hier eine kleine Fotostrecke.

Gedicht des Monats Oktober

Was reimt sich auf Meer?

Ich gehe der Flut hinterher.
Das Laufen im Watt ist schwer.
Ich finde Klumpen von Teer.
Der Horizont ist leer.
Das Licht flimmert kreuz und quer.
Das Wasser steigt an, wird mehr.
Die Sonne liegt da wie ein Speer.
Bald feiert das schäumende Heer
der Flut seine Wiederkehr.