Gedichte von Peter Maiwald

Er ist zu Unrecht schon fast vergessen, seine Bücher sind nicht mehr lieferbar. Aber Kinder sollten die wunderbaren Gedichte von Peter Maiwald, der im Dezember 2008 im Alter von nur 62 Jahren starb, unbedingt kennen, denn sie zählen zum Besten, was es in der heutigen Kinderlyrik gibt. Beim Internet-Radiosender HÖRBAHN habe ich jetzt mehr als 20 Gedichte des Autors eingesprochen, um sie zumindest auf diesem Wege wieder zugänglich zu machen. Neben zahlreichen Lyrikbänden für Erwachsene veröffentlichte Maiwald drei Gedichtbücher für Kinder: „Die Leute von der Annostraße“ (1979), „Pauls Zauberland heißt Samarkand“ (1998) und „Die Mammutmaus sieht wie ein Mammut aus“ (2006).

Sommertag im GEDICHT-Garten

Bei 30° im Garten sitzen klingt sehr erholsam und mehr nach Urlaub als nach Arbeit. Aber am 25. Juli war bei Anton G. Leitner in Weßling Redaktionssitzung für die kommende Ausgabe Nr. 27 der Zeitschrift DAS GEDICHT. Und das hieß rauchende Köpfe, denn es galt, aus einem riesigen Textestapel die besten Gedichte für das neue Heft zu fischen. Und so wurden alle Gedichte wieder und wieder diskutiert von Heft-Macher Leitner und seinem diesjährigen Co-Herausgeber Christoph Leisten sowie Redaktionsassistentin Gabi Trinckler und Jan-Eicke Hornauer und mir als zusätzlichen Beratern. Schon jetzt sei versprochen: Die Auswahl der Gedichte zum diesjährigen Themenschwerpunkt „Natur“ bietet ein breites Spektrum gelungener neuer Lyrik. Und das Schwitzen im Garten hat sich mehr als gelohnt. Übrigens: Auch diesmal wird es wieder einen Kinderlyrikteil zum Thema geben, den ich für das Heft zusammengestellt habe.

[Im Bild: Lyrik-Diskutanten im GEDICHT-Garten v.l.n.r.: Jan-Eike Hornauer (von hinten), Gabi Trinckler, Anton G. Leitner, Uwe-Michael Gutzschhahn und Christoph Leisten. Foto © Felicitas Leitner]

Kindergedichte im Internetradio HÖRBAHN

Der Internet-Radiosender HÖRBAHN macht sich seit ein paar Jahren für Literatur und speziell für Lyrik stark. Gründer und Programmchef Uwe Kullnick bat mich vor einiger Zeit um regelmäßige Beiträge auch zum Thema Kindergedicht. Als neues Redaktionsmitglied bin ich nun bei HÖRBAHN für die Rubrik „Kids Corner“ zuständig. Die erste Sendung ist gerade am 21. Juli online gegangen. Dort lese ich Nonsensgedichte aus meiner Anthologie „Ununterbrochen schwimmt im Meer der Hinundhering hin und her“ sowie ein neues, unveröffentlichtes Gedicht von mir.

Wer den Internet-Radiosender HÖRBAHN noch nicht kennt, der ist mit einem Klick auf der Seite und findet dort nicht nur meine erste Kinderlyrik-Sendung (die übrigens auch für Erwachsene Spaß macht), sondern auch vieles andere zum Thema Gedicht. Weiter Kinderlyrik-Lesungen sind zurzeit in Vorbereitung.

Fontane

Überall in Neuruppin wacht zurzeit Fontane über das städtische Geschehen – kein Schaufenster, keine Kneipe ohne die Figur des berühmten Dichters der Stadt, der in diesem Jahr 200. Geburtstag feiert. Den alten Herrn gibt es in Gelb und Grau, in Groß und Klein. Allein 400 Figuren stehen auf dem Vorplatz der Kulturkirche St. Marien. Geschaffen hat sie der Künstler Ottmar Hörl.

Als ich am 11. Juni nach Neuruppin kam, war das Fontane-Festival gerade vorbei, aber an diesem Tag begann gleich noch ein Literaturfest – diesmal für Kinder. Zum dritten Mal gab es das Literaturspektakel querfelddrei mit Lesungen in Schulen und im Fontasialand auf dem Bernhard-Brasch-Platz. Und 13 Künstler waren gekommen, u. a. die Poetry-Slammer Bas Böttcher (Berlin), Mona Harry (Kiel), der vielleicht poetischste Maler und Illustrator Quint Buchholz aus München – und für die Kinderlyrik war ich eingeladen. In mehreren Workshops konnte ich mit Schülern aus der örtlichen Montessorischule drei wunderschöne letzte Gedichte für mein neues Buchprojekt MÄUSEKINO entwickeln. Ein tolles Fest, dem man noch viel mehr Öffentlichkeit wünscht. Ein kleiner Fontane-Limerick, der in Neuruppin entstanden ist, erscheint aus gegebenem Anlass nicht erst Anfang Juli als „Gedicht des Monats“, sondern bereits mit dieser Meldung.

Limerick

Es war eine Maus in Neuruppin,
die kam wegen dem Fontane da hin.
Sie dachte, der macht bestimmt Käse,
nicht, dass man den wirklich läse.
Den Käse gab’s erst in Berlin.

Eine Reise in den Norden

Zehn Tage zwischen Berlin und Hamburg. Eine anstrengende, aber großartige Lesung vor 200 Siebenjährigen an der Berliner Allegro-Grundschule am Mittwoch, 22. Mai, war der Auftakt meiner Reise gen Norden. Eigentlich sollte ich ja wie 2016 im Schlossparktheater in Berlin-Steglitz lesen, aber daraus wurde nichts und zum Glück ist die Allegro-Grundschule noch kurzfristig eingesprungen und ich habe mich dort sehr wohl und bestens aufgehoben gefühlt.

Am Tag darauf ging es weiter nach Hamburg zur Verleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises an Steven Herrick und mich als Übersetzer für den wunderbaren Versroman „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“, der auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert ist. Eine schöne Veranstaltung, die am Nachmittag im Westin-Hotel in der Elbphilharmonie begann und mit einem abendlichen Konzert im Kleinen Saal gekrönt wurde. Aber der Blick von der „Elfi“ über Hafen und Stadt war fast noch schöner an diesem sonnigen Tag. Und wie schön für mich, „meinen“ australischen Autor und Freund Steven wiederzutreffen, dem ich ja schon beim versfest Berlin 2016 begegnet war.

Am Sonntag, den 26. Mai ging es dann wieder zurück nach Berlin, wo ich am Montag zwei wunderschöne Lesungen in der Deutsch-Skandinavischen Schule hatte und mit den Kindern zwei zauberhafte Maus-Gedichte für mein neues Buchprojekt entwickeln konnte, das im Herbst 2020 bei Elif erscheinen wird.

Und schließlich am Dienstag als krönender Abschluss der Reise (die noch bis Donnerstag ging) ein Gespräch in der Buchhandlung Mundo Azul – einer internationalen Kinderbuchhandlung –, zu dem Mariela Nagle geladen hatte und in dem ich über die Bedeutung von Lyrik für Kinder und die Entwicklung der Poesie bei den Verlagen seit 2012 berichten durfte. Dort habe ich nicht nur aus meinem aktuellen Buch „Die Muße der Mäuse“ Texte gelesen, sondern auch neue Projekte vorgestellt, wie den fast fertigen Band „MÄUSEKINO“ oder den Versroman „The Truth Pixie“ des amerikanischen Autors Matt Haig, den ich für dtv übersetzen durfte und der ebenfalls im Herbst nächsten Jahres erscheinen wird.

Eine perfekte Reise mit vielen neuen Bekanntschaften und etlichen Einladungen für Lesungen und Veranstaltungen im nächsten Jahr, nicht nur in Berlin. Und mit vielen Erlebnissen und interessanten Erfahrungen. Dem Norden sei Dank.