Der Roboter flieht

Wilde_InselAls im letzten Herbst in Deutschland der erste Roman des wunderbaren amerikanischen Bilderbuchautors und -zeichners Peter Brown unter dem Titel „Das Wunder der wilden Insel“ (Originaltitel: „The Wild Robot“) erschien, gab es viele gute Besprechungen. Doch es mischte sich auch Kritik über den Schluss des Buches darunter, weil die Geschichte so traurig endet. Mayara (12) vom Lehmcool-Leseclub der Buchhandlung Lehmkuhl in München Schwabing schrieb zum Beispiel: „Die Geschichte hat mich wirklich bewegt. Leider hat mir das Ende des Buches überhaupt nicht gefallen, ich finde, es passt einfach nicht zu der berührenden restlichen Erzählung. Abgesehen davon würde ich Das Wunder der wilden Insel zu meinen Lieblingsbüchern zählen. Note 1-.“ Was Mayara und andere Leser nicht wissen konnten: Peter Brown hat die Geschichte weitererzählt, sodass in den USA in diesem Frühjahr unter dem Titel „The Wild Robot Escapes“ ein Folgeband herauskommt. Das heißt, der traurige Schluss des ersten Bandes war nur ein Cliffhanger. Die Roboterfrau Roz bleibt stark und entkommt den Technokraten der Roboterfabrik. Nun bleibt nur zu hoffen, dass der deutsche Verlag cbj auch Band 2 verlegt und mir möglichst bald den Übersetzungsauftrag gibt, damit die Leser nicht zu lange auf die Fortsetzung warten müssen.

Fußball-WM im Gedicht

Im März gibt es die Reihe „Kindergedichte“ im Blog der Zeitschrift „Das Gedicht“ seit nunmehr drei Jahren. Außer im letzten Dezember, wo Gedichte von Kindern online gingen, habe ich 36 Monate lang namhafte und junge Autoren mit neuer Kinderlyrik vorgestellt. Und die Reihe geht weiter. Doch im Juni und Juli, während der Fußballweltmeisterschaft sollen zwei Sonderausgaben ins Netz gehen, in denen nur Fußball das Thema ist. Viele der im Blog vorgestellten Dichter schreiben gerade für diese zwei Ausgaben neue Gedichte. Ob es auch später ein Buch mit den Gedichten geben wird, darüber bin ich derzeit mit Verlagen im Gespräch – vielleicht zur nächsten Fußball-EM 2020. Hier noch einmal der Link zu der Reihe: http://www.dasgedichtblog.de/category/lyrik/gedichte-fuer-kinder/

Gedicht des Monats Dezember

Eine Stunde

An den frühen kalten Morgen
würd ich gern ‘ne Stunde borgen,
dass ich länger schlafen kann.

Gäb sie mittags auch zurück,
früher Schulfrei wär mein Glück,
dass ich Fußball spielen kann.

Gedichte von Kindern – ein Weihnachtsbeitrag im Blog

In verschiedenen Gedichte-Workshops in Berlin und in Heiligendamm an der Ostsee habe ich die jungen Teilnehmer und Teilnehmerinnen gebeten, mir Texte für eine Sonderausgabe der Blog-Reihe „Gedichte für Kinder“ zu schicken, in der ich nun schon seit März 2015 allmonatlich einen Autor vorstelle, der Kinderlyrik schreibt. Aus all diesen Zusendungen habe ich 14 Texte für den Weihnachtsbeitrag der Blog-Reihe ausgewählt. Die Idee, sie als Weihnachtsbeitrag zu präsentieren, kam mir, als ich plötzlich ein wunderschönes Christkindgedicht geschickt bekam.

Geschrieben wurden die Texte von Schülern der Klasse 5c in der Elizabeth-Shaw-Grundschule in Pankow, den Schülern der 4b in der Grundschule am Barbarossaplatz in Schöneberg und von einem Jungen aus Braunschweig, den ich an der Ostsee bei einem Workshop kennenlernte.

Die Gedichte gehen am 10. Dezember online. Am besten hier einfach auf den Link gehen: http://www.dasgedichtblog.de/category/lyrik/gedichte-fuer-kinder/

 

Ein guter Freund ist tot

(c) Jan-Eike Hornauer

(c) Jan-Eike Hornauer

Er war ein sehr guter Freund, einer mit dem man wunderbar Gedanken austauschen konnte. Nicht nur über Lyrik, aber darüber ganz im Besonderen. Erich Jooß starb am 28. Oktober völlig überraschend in seinem Haus, nachdem wir uns Tage zuvor noch auf dem Seminar in Benediktbeuern und bei der Lesung im Münchner Literaturhaus aus Anlass des 25jährigen Jubiläums der Zeitschrift „Das Gedicht“ gesehen hatten. Er war ein sanfter und einfühlsamer Begleiter meiner Texte, er war ein kluger Berater und ein äußerst engagierter Unterstützer, wenn es um die Sache des Kindergedichts ging. Unser fortwährendes Gespräch ist urplötzlich abgebrochen. Natürlich hätte es nie ein Ende finden sollen und doch ist mir, als fehlte so vieles, was ich ihm noch so gerne gesagt, was ich von ihm noch so gerne gehört und erfahren hätte. Ich fühle eine tiefe Trauer, wenn ich daran denke, wie er mir beim Abschied ein letztes Mal zuwinkte.