Endlich wieder lesen

Endlich mal wieder eine Lyriklesung. Es ist so schade, wegen der Corona-Pandemie kaum mehr direkten Kontakt zu Kindern haben zu können, sie zu erleben, wie sie zuhören und staunen, was man mit Sprache machen kann und wie im Kopf die verrücktesten Bilder entstehen. Doch am Sonntag, den 23. August um 14.30 Uhr lese ich auf der Blutenburger Sommerbühne unter dem Motto „Als sich das Apfelmus verliebt hat. Gedichte, in denen die verrücktesten Sachen passieren“ Kindergedichte von namhaften Dichtern und jungen Entdeckungen, von erwachsenen Lyrikern und dichtenden Kindern. Wegen der Corona-Bestimmungen bitte unbedingt vorher anmelden, wenn ihr zur Lesung kommen wollt. Wie das geht, findet ihr hier. Und das gesamte Sommer-Leseprogramm der IJB könnt ihr hier anklicken.

Daumenkino für die Maus

Mein neues Kinderlyrik-Buch MÄUSEKINO ist fertig und bereits aus der Druckerei in Istanbul geliefert worden. Es sieht phantastisch aus, mit Fadenheftung und einem wunderbaren, nicht durchscheinenden Papier, auf dem die Bilder von Manfred Schlüter hervorragend stehen. Aber der Clou des Buches ist das Daumenkino mit Maus. Was ein Daumenkino ist? Weiß das noch jemand? Früher konnte man manchmal am rechten unteren Rand eines Buches einen kleinen Film ablaufen lassen, wenn man die Seitenecken mit dem Daumen ganz schnell durchgeblättert hat, dass die Seiten nur so schnippen. Denn dann bewegt sich die Bilderfolge wie in einem Film. Damit es funktioniert, muss jedes Bild ganz genau passen und haargenau auf dem nächsten liegen, sonst fängt der Film an zu springen. Gezeichnet hat das Daumenkino Manfred Schlüter an der Nordsee, herstellerisch betreut und überwacht hat es Ümit Kuzoluk in Istanbul. Ihnen beiden gilt mein besonderer Dank. Das Buch, das wieder bei Elif erscheint, kommt am 2. September in den Handel. Aber das Daumenkino läuft schon jetzt: Film ab?

Leselotse für Kyrie McCauley

Alle zwei Monate wählt die LESELOTSE-Jury aus Börsenblatt-Redakteur Stefan Hauck, Kulturjournalistin Verena Hoenig, Buchhändlerin Katrin Rüger und Literaturkritiker Ralf Schweikart für das „Börsenblatt des deutschen Buchhandels“ die besten Kinder- und Jugendbücher aus. Im Mai/Juni fiel die Wahl im Bereich Jugendbuch auf das von mir übersetzte Debüt der amerikanischen Autorin Kyrie McCauley, „You Are Not Safe Here“, das auch für mich zu den besten Büchern zählt, die ich übersetzt habe. McCauley schreibt darin nicht nur eindringlich von Leightons panischen Ängsten vor den Gewaltausbrüchen ihres Vaters, die ihr ein normales Leben als junges Mädchen zur Hölle machen, sondern schafft auch beeindruckende Bilder, an die sich jeder Leser/jede Leserin noch lange nach Ende des Buches erinnern wird. Ein großartiges Stück Literatur.

Lyrik in Corona-Zeiten 4

Noch ein Lyrik-Video auf YouTube. Diesmal hat mich der St. Michaelsbund gebeten, in diesen schwierigen Corona-Zeiten Kindern Gedichte nahezubringen, die ihnen Spaß machen könnten. Mit Claudia Pecher, die die Idee zur Lesung hatte, war ich mir schnell einig, Fußballgedichte zu lesen. Und so habe ich zehn Texte zum Teil aus Büchern, aber vor allem aus Blog-Beiträgen ausgewählt, die ich regelmäßig einmal im Monat für die Zeitschrift DAS GEDICHT zusammenstelle. Im Film vertreten sind Gedichte von Renate Buddensiek, Jan Koneffke, Michael Augustin, Barbara Maria Kloos, Arne Rautenberg, Wolfgang Oppler, Manfred Schlüter, Nils Mohl, Susan Kreller und mir. Aufgenommen wurde der Clip im Schwabinger Luitpoldpark, direkt bei mir hinterm Haus. Wer den kleinen Beitrag anschauen möchte, der hoffentlich nicht nur fußballbegeisterten Kindern Spaß macht, findet das Video hier.


Gedichte mit Tradition

Das Gedicht „Dämmerung, April 2020“, das ich im Mai hier auf der Website als Gedicht des Monats vorgestellt habe, ist jetzt auch als Nummer 184 in der Rubrik „Gedichte mit Tradition – Neue Blätter am Stammbaum der Poesie“ im Blog der Zeitschrift DAS GEDICHT zu finden. Dort stellt der Dichter Jan-Eike Hornauer alle 14 Tage einen Lyriktext mit klarem Bezug zu einem bekannten älteren Gedicht kommentierend vor. „Gedichte mit Tradition“, so Hornauer, „ist eine Online-Sammlung zeitgenössischer Poeme, die zentral auf ein bedeutendes Werk referieren, ob nun ernsthaft oder humoristisch, sich verbeugend oder kritisch. Jeden zweiten Freitag erscheint eine neue Episode der von mir herausgegebenen Open-End-Anthologie.“ Zu finden ist das Gedicht, das auf den Expressionisten Alfred Lichtenstein Bezug nimmt, aber gleichzeitig das Leben in den aktuellen Corona-Zeiten anspricht, unter https://www.dasgedichtblog.de/gedichte-mit-tradition-folge-184-daemmerung-april-2020/2020/05/08/

Unter dem Datum 13. März findet sich als Folge 180 in der Reihe „Gedichte mit Tradition“ bereits das Gedicht „Der Panther“ aus meinem Band „Unsinn lässt grüßen“, das auf Rilkes wohl bekanntestes Poem Bezug nimmt, hier aber völlig absurd-ironisch.