Gedicht des Monats Juli

Der Mond

Der Mond stand am Himmel,
er winkte mir zu.
Ich winkte zurück
und rief ruckediku.

Der Mond kam vom Himmel,
er schwebte mir zu.
Ich stieß ihn zurück
und rief: Das ist tabu.

Gedicht des Monats Juni

Quallenfalle

Qualle Qualle
walle walle
schwebt mit einem leichten Dralle
schleicht sich ran an mich und alle
und mit ihrem giftgen Schwalle
zieht sie mich in ihre pralle
sengende Tentakelfalle.

Gedicht des Monats Mai

Prosten

Welcher Knilch prostet mit Milch?
Welcher Hasser prostet mit Wasser?
Welche Made prostet mit Limonade?
Welcher Laffe prostet mit Kaffee?

Oje, und wer prostet mit Tee?

Ihr prostet wahrscheinlich mit Bier.
Ich sitz allein und proste mit Wein.

Gedicht des Monats April

Mich fror

Eines Morgens stand ich am Meer,
das Wasser war grau wie Asphalt,
die Wolken schwer
und die Luft nieselkalt.

Das Meer war alt.

Es konnte keine Möwe mehr kreisen sehen,
lag stumpf da, das Rauschen verhallt,
weder Wellen noch Schaumkronen wollten entstehen,
steinernes Meer wie Basalt.

Nur ein Strandläufer pickte am Ufer entlang,
die einzig bewegte Gestalt.
Er suchte am Wasserrande im Tang
den salzigen Rest einer Artenvielfalt.

Mich fror, mein Atem war kalt.

Gedicht des Monats Februar

So viele Tiere

Die Bären, die Elefanten,
die Löwen, Kamele,
die Walrösser, Tiger,
die Krokodile und Wale,
Giraffen, Dromedare,
die Pinguine, die Wölfe,
und Zebras und Strauße.

Die Schafe, die Hunde
und Rehe und Hasen,
die Ziegen, die Füchse,
die Pferde und Katzen,
die Hühner, die Enten
und Kühe und Esel,
die Schweine, die Igel.

Die Eichhörnchen, Krebse,
und Frösche und Fliegen,
die Käfer, die Regenwürmer,
Eidechsen, Heuschrecken,
Spatzen und Hamster,
die Bienen, die Mäuse,
die Ameisen, Spinnen.

Und du?
Wer bist du?