Gedicht des Monats März

Ein Hut

Ein Hut trat auf die Straße
mit großem Schwung und Mut,
trug einen Mann spazieren
und fand das fein und klug.
Der Hut schickt‘ ihn des Weges,
wie wenn er sein Rekrut,
beguckte sich die Gegend,
als säße er im Zug.

Gedicht des Monats Februar

Das Korn

Das Nashorn
trägt die Nase vorn.
Nicht ungewöhnlich.

Doch auf dem Nashorn-Horn
sitzt vorn ein Korn.
Echt tierisch dämlich.

Trotz Nashorn-Zorn
fällt’s Korn nicht ab da vorn vom Horn.
Der Reim klebt‘s fest persönlich.

Gedicht des Monats Januar

Nachtgesicht

Gegenüber brennt ein Licht.
Wer dort wohnt? Ich weiß es nicht.

Ob er zu mir rüberguckt,
mich entdeckt, zusammenzuckt?

So wie ich, wenn ich ihn sehe,
mich sofort vom Fenster drehe

und die Lampe schalte aus.
Schaut er trotzdem weiter raus?

Oder löscht auch er sein Licht,
malt sich aus mein Nachtgesicht?

Gedicht des Monats November

Bergziegen

Wenn die Bergziegen
um die Felsen biegen,
wo sich grüne Halme wiegen,
sind sie steil hinaufgestiegen,
um die Gipfel zu besiegen.
Wollen sich an Steine schmiegen
und etwas zu fressen kriegen.
Sehn am Himmel Adler fliegen.

Gedicht des Monats Oktober

Was reimt sich auf Meer?

Ich gehe der Flut hinterher.
Das Laufen im Watt ist schwer.
Ich finde Klumpen von Teer.
Der Horizont ist leer.
Das Licht flimmert kreuz und quer.
Das Wasser steigt an, wird mehr.
Die Sonne liegt da wie ein Speer.
Bald feiert das schäumende Heer
der Flut seine Wiederkehr.