Gedicht des Monats Dezember

Leichter Schnee

Einmal zählte ich den Schnee.
Ich zählte die Flocken, ihre Kristalle.
Die Spitzen alle
berührten wie winzige Katzentatzen
behutsam den See.
Als würden sie fast noch schweben,
zitternd vor Leben.
Als würden sie nur einen Augenblick schwatzen
und flögen dann weiter
wie eine eisige Fee.

Gedicht des Monats November

Federn

Mein Engel zählt seine Federn,
die schönen mit weichem Flaum.

Sein Körper ist uralt und ledern,
er fliegt mir durch meinen Traum.

Ich lebe in schwarzgrünen Zedern
und halte die Vögel im Zaum.

Ich sammle die taumelnden Federn
und hänge sie neu in den Baum.

Gedicht des Monats Oktober

Das Känguru

Es war einmal ein Känguru,
das musste unbedingt aufs Klu.

Es war einmal ein Kängoro,
das musste unbedingt aufs Klo.

Es war einmal ein Kängiri,
das hatte leider keinen Schnie …

Es war einmal ein Kängere,
dem tat der Popo schrecklich weh.

Es war einmal ein Kängaurau,
das hatte einen schlimmen Stau.

Es war einmal ein Kängara,
das schrie vor Freude: Endlich da!

Es war einmal ein Känguru.
Nun reimt sich‘s sauber. Jetzt gebt Ruh.

Gedicht des Monats September

Brief an Jana

Dieser Zettel ist für dich.
Habe lange überlegt,
was ich dir denn schreiben soll.

Liebe Jana, du bist toll?
Bin ein bisschen aufgeregt.
Magst du wohl vielleicht auch mich?

Knülle noch den Zettel ein,
lass das Werfen aber sein –
Vielleicht magst du mich ja nicht –
Zeig schnell auf im Unterricht.

Gedicht des Monats Juli

Der Mond

Der Mond stand am Himmel,
er winkte mir zu.
Ich winkte zurück
und rief ruckediku.

Der Mond kam vom Himmel,
er schwebte mir zu.
Ich stieß ihn zurück
und rief: Das ist tabu.