Gedicht des Monats März

Begrüßung

Der Igel schaut noch in den Spiegel,
der Star fährt sich nervös durchs Haar,
die Ratte zupft an der Krawatte,
der Floh, der rennt noch kurz aufs Klo.

Am heißen Herd, da kocht das Pferd,
das Schwein sucht schnell nach einem Wein,
die Ameise übt noch mal leise
zu singen auf ganz zarte Weise.

Die Kuh schlüpft eilig in die Schuh,
die Maus hält einen Blumenstrauß,
der Stier, der reißt jetzt auf die Tür
und dann – küsst dir der Elefant die Hand.

Gedicht des Monats Januar

Verträumter Hund

In Erinnerung an Oskar Pastior

Ich bin ein sehr verträumter Hund
bitte küss mich auf den Mond

Auf dem Mond geküsst zu werden
ist viel schöner als auf Wasser

Im Wasser wohnt ein Ungeheuer
ich fürchte mich vor seinem Besen

Der Besen kehrt die Wünsche aus
ich such sie überall im Garten

Im Garten liegt ein herbstlich Laub
und jedes Blatt wird hier bald Traum

Ich bin ein sehr verträumter Hund
bitte küss mich auf den Mond

Gedicht des Monats Dezember

Liebe Not

Schöne, sag nicht, bitte wende
dich von mir, o Gott, ich fände
das ein schaurig tristes Ende
für das sonst so bewegende
Liebesspiel an deiner Lende.

Deshalb ruf ich dir behände
seltsam reimende Momende
in Erinnerung und schände
manches Verswort, das ich sende
aus Verzweiflung, du Liebende.

Gedicht des Monats November

Himmelsschar

Als der Schimmel von Jörg Immel
mit Gebimmel fuhr gen Himmel,
klang im Himmel das Gebimmel
von dem Schimmel des Jörg Immel
und der Schimmel im Gebimmel
sah im Himmel statt Jörg Immel
großes Schimmelschargewimmel.