Sonderpreis für das übersetzerische Gesamtwerk

JuLit3Kaum zu fassen – ich bin überglücklich und zutiefst gerührt von den vielen Reaktionen auf der Frankfurter Buchmesse, wo mir bei der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2018 der Sonderpreis für das Lebenswerk eines Übersetzers zugesprochen wurde. Der Sonderpreis geht abwechselnd an AutorInnen, IllustratorInnen und ÜbersetzerInnen. Zuletzt wurden als Übersetzer Angelika Kutsch (2014), Tobias Scheffel (2011), Gabriele Haefs (2008) und Harry Rowohlt (2005) geehrt. Der Preis für ein übersetzerisches Gesamtwerk ist im Übrigen erst zum achten Mal vergeben worden. Überreicht wurde er von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Die Laudatio hielt die Vorsitzende der Sonderpreisjury Professor Heike Elisabeth Jüngst.

Hier die Kurzbegründung der Jury.

 

 

Mäuse bei Guggenmos

Mit dem Gedichtband „Was denkt die Maus am Donnerstag“ wurde der Dichter Josef Guggenmos (1922-2003) einst berühmt. Das Buch hat sich bis heute fast 500.000 mal verkauft. Seit 2016 gibt es den Josef-Guggenmos-Preis, der sich als erste und einzige der unzähligen Kinder- und Jugendliteratur-Auszeichnungen der Lyrik widmet. Der Preis vor zwei Jahren ging an Arne Rautenberg. Diesmal wird – zum ersten Mal in Irsee im Allgäu, wo Guggenmos geboren wurde und sein ganzes Leben verbracht hat – Michael Hammerschmid aus Wien ausgezeichnet. Neben dem Preis gibt es eine Empfehlungsliste, die 5 Bücher umfasst. Hier ist auch mein neues Buch „Die Muße der Mäuse“ erwähnt und mit einer schönen Jury-Begründung versehen. So grüßen meine Mäuse voller Muße die Deinstagsmaus von Josef Guggenmos und fühlen sich als poetische Enkel. Wer die Jury-Begründungen zu meinem und den anderen Büchern nachlesen will, findet die Pressemitteilung der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach, die den Preis vergibt, hier:

Jury-Begründung.

Gedicht des Monats Oktober

Das Känguru

Es war einmal ein Känguru,
das musste unbedingt aufs Klu.

Es war einmal ein Kängoro,
das musste unbedingt aufs Klo.

Es war einmal ein Kängiri,
das hatte leider keinen Schnie …

Es war einmal ein Kängere,
dem tat der Popo schrecklich weh.

Es war einmal ein Kängaurau,
das hatte einen schlimmen Stau.

Es war einmal ein Kängara,
das schrie vor Freude: Endlich da!

Es war einmal ein Känguru.
Nun reimt sich‘s sauber. Jetzt gebt Ruh.

hr2Hörbuch des Monats

Gute Nachricht: Auf der hr2 Hörbuchbestenliste steht im September die ungekürzte Lesung des Romans „Renn, Senna, renn“ von Kathi Appelt und Alison McGhee, den ich für Beltz & Gelberg übersetzt habe. Ausgezeichnet wird natürlich nicht das Buch, sondern die Produktion der 4 CDs, die von Schauspieler Johann von Bülow eingelesen wurde.
Im letzten Jahr wurde bereits das Hörbuch zu dem von mir übersetzten Roman „Das Wunder der wilden Insel“ von Peter Brown auf die Bestenliste gewählt und war auch auf der Shortlist zum Hörbuchpreis BEO. Diese Produktion wurde – als ungekürzte Lesung auf 4 CDs – von Stefan Kaminski gelesen.

Gedicht des Monats September

Brief an Jana

Dieser Zettel ist für dich.
Habe lange überlegt,
was ich dir denn schreiben soll.

Liebe Jana, du bist toll?
Bin ein bisschen aufgeregt.
Magst du wohl vielleicht auch mich?

Knülle noch den Zettel ein,
lass das Werfen aber sein –
Vielleicht magst du mich ja nicht –
Zeig schnell auf im Unterricht.