Und jeden Morgen ein Gedicht – ein Eselsohr-Adventsplakat

24 Eseleien – Gedichte für das Weihnachtsheft der Kinder- und Jugendliteraturzeitschrift „Eselsohr“, alle abgedruckt auf einem großen Plakat mit eben 24 (nummerierten) Feldern, das lässt einen natürlich sofort an einen Adventskalender denken. Und jeden Morgen ein Gedicht, so lautet die Idee und genauso sollte es ja sein. Überall, im Kindergarten, in der Schule … und natürlich zu Hause. 24 Autorinnen und Autoren haben sich an der Idee beteiligt und mal weihnachtlicher, mal eseliger gedichtet, mal ganz literarisch, dann wieder ganz spielerisch (was ja auch literarisch sein kann). Gedichte für alle, die ganze Familie. Auch die Erwachsenen sollen an diesem Adventskalender der Zeitschrift „Eselsohr“ Freude finden und mit Lust das nächste „Eseltürchen“ öffnen. Auf diese Weise entdeckt man wunderbare Dichterinnen und Dichter wie Arne Rautenberg, Carolin Callies, Heinz Janisch, Michael Hammerschmid, Regina Schwarz, Jutta Richter, Paul Maar, Nils Mohl etc. – und auch mich. Große Ehre. Auf der Rückseite werben Gedichtbände der Autorinnen und Autoren zum Weiterlesen, damit es auch jenseits der Adventszeit und durch das ganze neue Jahr hindurch heißen kann: Und jeden Morgen ein Gedicht!

Ans Meer, ans Meer!

Großer Umzug von den Voralpen an die Nordsee. Nach fast 30 Jahren ziehe ich mit meiner Frau aus München fort nach Cuxhaven. Viele Gründe haben uns zu dem großen Schritt bewogen. Nicht zuletzt aber war es die Sehnsucht nach Meer. Die Möwen haben uns immer lauter gerufen. Vom 15. September an können wir nun vom Fenster aus hinter dem Deich die großen Pötte vorbeifahren sehen Richtung Hamburg oder hinaus in die weite Welt. Ich hoffe jedoch, dass uns die vielen Verbindungen im Süden bleiben werden, meine Münchner Verlage weiter an mich glauben und ich manche der schönen Orte, an denen ich Lesungen hatte und liebenswerte Veranstalter und Veranstalterinnen kennenlernen durfte, vielleicht auch vom fernen Cuxhaven aus noch mal bereisen darf, um mit Kindern Gedichte zu feiern.

Gedicht des Monats August

Der ungebetene Gast

Ein Schnupfen zog in eine Nase ein.
Die Nase fand das sehr gemein,
wollt lieber ohne Mitbewohner sein.

Aus lauter Wut wurd‘ sie zu einem feuerroten Zinken,
so sehr tat ihr der Fremde in den Wohngemächern stinken.

Die Nase lief, die Nase schniefte,
die Nase nieste und sie triefte.

Hatschi! Hatschi!
Hatschi! Hatschi!
Du mieser Schnupfen, los jetzt, flieh!

Drei Tage ging das Niesen, Triefen, Schniefen so,
bis dass der Gast tatsächlich floh

mit einem allerletzten -tschi!

Helgoländer Dichtertreffen

v. links: Arne Rautenberg, Uwe-Michael Gutzschhahn, Mona Harry, Manfred Schlüter, Nils Mohl, Lena Raubaum, Michael Augustin

Alles begann mit dem Buch „Mein Urgroßvater und ich“ von James Krüss, das ich als Kind las. Ich verliebte mich in Helgoland und fuhr wieder und wieder auf die Insel. Später als Autor erinnerte ich mich an die Gespräche des Urgroßvaters mit dem kleinen Boy über das Schreiben und Dichten und daran, wie die beiden zusammen Verse schmiedeten, denn darum geht es ja in dem berühmten Roman.
Im kommenden Jahr wäre Krüss 100 Jahre alt geworden. Da dachte ich irgendwann, man sollte den Urgroßvater nehmen und über ihn diskutieren, seine Bilder und Verse nutzen und neue Gedichte schreiben. Die Krüss-Erbengemeinschaft begeisterte sich auf Anhieb für diesen Plan und hat die wunderbare Möglichkeit geschaffen, in den Tagen vom 11.-15. Mai ein Helgoländer Dichtertreffen auszurichten, bei dem sieben Kinderlyriker und -lyrikerinnen – wie einst der Urgroßvater und der kleine Boy in einer Hummerbude – über Krüss sprechen, von ihm inspiriert Gedichte schreiben, die neuen Texte diskutieren und am Ende bei einer öffentlichen Lesung im Helgoländer Museum vorlesen sollten. Mit von der Partie waren schließlich Michael Augustin, Mona Harry, Nils Mohl, Lena Raubaum, Arne Rautenberg, Manfred Schlüter und ich. Es war die perfekte Runde! Und es sind großartige Texte entstanden, die das Publikum (Helgoländer und Urlauber) begeistert aufnahm und in ihnen staunend viele Spuren bekannter Krüss-Gedichte entdeckte. Zum Krüss-Jubiläum im Frühjahr 2026 werden zum Glück all diese Gedichte beim Atrium Verlag in Hamburg auch als Buch erscheinen.
Es war eine tolle gemeinsame Zeit, die wir sieben Autoren und Autorinnen ganz sicher so schnell nicht vergessen werden!

Eins Friedenstier als Ostergeschenk

Ein Buch über Frieden in diesen unfriedlichen Zeiten? Die Illustratorinnen Friederike Ablang, Merle Goll und Sabine Kranz hatten im letzten Jahr die Idee, baten andere Künstler und Künstlerinnen um Bilder, Dichterinnen und Dichter um Texte und fanden bei dtv offene Ohren, das Buch zu machen und sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf an die Aktion „Ärzte ohne Grenzen“ zu spenden. Was die Illustrationen betrifft, haben auch die ganz großen Namen der Kinderbuchszene wie Axel Scheffler, Eva Muggentaler, Anke Kuhl, Jutta Bauer, Jens Rasmus, Susanne Straßer und Tine Schulz Zeichnungen gespendet. Die Texte stammen u. a. von Marc-Uwe Kling, Mehrnousch Zaeri-Esfahani, Nils Mohl, Silke Schlichtmann, Kai Lüftner, Yvonne Hergane, Dirk Pope, Silke Lambeck, Andrea Schomburg, Lena Raubaum, Michael Augustin und mir. Das Buch heißt „Das Friedenstier. Mit Stift und Flügeln für den Frieden“. Es ist zauberhaft schön geworden. Wer es kauft, wird seine Freude haben und hilft mit jedem Exemplar der Aktion „Ärzte ohne Grenzen.“ Also: Kauft, Leute, kauft!