Das von mir übersetzte Kinderbuch „Die Tränen des Kamels“ des kanadischen Autors Griffin Ondaatje mit Illustrationen der in Wien lebenden renommierten Illustratorin Linda Wolfsgruber wurde in die Kollektion (Auswahlliste) des Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2015 aufgenommen. Die Preisverleihung findet am 18. Mai im Kultur- und Kongresszentrum Eisenstadt im Burgenland statt.
Gedicht des Monats Februar
Hirn an Mund
Zeig ihm die Stirn, flüstert das Hirn.
Kann man nichts machen, räuspert der Rachen.
Bei meiner Seele, röchelt die Kehle.
Wird ganz schön knacken, pusten die Backen.
Dann drück ich die Daumen, raspelt der Gaumen.
Verrückte Pläne, schnalzen die Zähne.
Junge, Junge, lispelt die Zunge.
Na und, denkt der Mund
und schreit los ohne Grund.
Kinderlyrik im Blog
Immer weniger Kindergedichte. Woran liegt es? Den Verlagen die Schuld zu geben, wäre falsch. Sie publizieren seit Jahren gegen den Strom. Erfolg haben sie mit bekannten Autoren oder mit Anthologien. Und die weniger bekannten Dichter, die für Kinder schreiben? Kaum eine Chance. Es ist noch schwerer als in der Erwachsenenlyrik, denn es fehlt an kleinen und kleinsten Verlagen, die sich die Kinderlyrik auf ihre Fahnen schreiben. Deshalb arbeite ich künftig mit Anton G. Leitner zusammen, der seit 22 Jahren die wichtige Zeitschrift „das gedicht“ und einen dazugehörigen Lyrikblog betreibt. Ab März werde ich unter www.dasgedichtblog.de jeweils am 10. eines Monats Kindergedichte eines Autors oder einer Autorin vorstellen. Im März wird es der zu Unrecht vergessene Peter Maiwald sein, der 2008 im Alter von 62 Jahren starb. Ab der Nr. 23 der Zeitschrift „das gedicht“ (erscheint im Herbst 2015) wird auch diese jeweils 8 Seiten Kinderlyrik enthalten, um die ich mich kümmere.
Gedicht des Monats Januar
Die Weihnachtsmänner
Die Weihnachtsmänner
kehren im Jänner
nach Österreich heim.
Weswegen?
Wegen dem Reim.
Geballter Nonsense
Nein, die Überschrift ist in sich schon Nonsense, denn geballt wäre er nur, wenn ich das Manuskript in ein großes Papierknäuel pressen und wegwerfen würde. Das ist aber Nonsense, denn es ist eine umfangreiche Sammlung alter und neuer Nonsense-Lyrik entstanden mit Gedichten von Lessing bis Peter Maiwald und von Eichendorff bis Arne Rautenberg. Das 200-Seitenbuch erscheint im Herbst 2015 bei cbj unter dem schönen Titel: „Ununterbrochen schwimmt im Meer der Hinundhering hin und her. Das dicke Buch vom Nonsense-Reim“ und wird gestaltet von Sabine Wilharm. Der Hinundhering stammt übrigens von Dichter Frantz Wittkamp.