Ein ungewöhnlich schönes Bilderbuch

Es ist gerade bei Sauerländer erschienen: das wunderbare Bilderbuch „Wenn du einen Wal sehen willst“ von Julie Fogliano und Erin E. Stead (s. auch unter Übersetzungen).

Fogliano ist es gelungen, in wenigen Zeilen die Ruhe und Stille zu schaffen, die nötig ist, um einen Wal zu entdecken, ihm nahezukommen, das Geheimnisvolle des riesigen Meerestiers zu erspüren. Das erlebt auch der Leser, der sich statt auf eine Wale-Watching-Tour in dieses Buch mit seinen ganz reduzierten pastellfarbenen Bildern von Erin E. Stead begibt. Überall ist Raum für die eigene Vorstellung und das Gefühl von Erwartung, wenn man dieses Buch mit Kindern liest und betrachtet.

Übrigens: Im nächsten Jahr erscheint bei Sauerländer das zweite Buch von Fogliano und Stead: „Und dann ist Frühling“.

Bücherempfehlungen zum Regensburger Kinderlyrik-Seminar

Am 18. Juni habe ich im Germanistischen Institut der Universität Regensburg innerhalb des Lyrik-Seminars von Frau Dr. Svenja Blume einen Vortrag zur Bedeutung von Kindergedichten im Grundschulunterricht gehalten. Bei diesem Anlass habe ich versprochen, auf meiner Website eine Bücherliste zusammenzustellen. Diese Liste kann und will keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sie ist rein subjektiv. Ich werde die Liste aber fortlaufend ergänzen.

Die Liste findet ihr unter Service oder direkt hier.

Gedicht des Monats August

Verwechslung

Malermeister Franz
packte eine Kuh am Schwanz,
wollt ihr malen schwarze Streifen,
was die Kuh nicht konnt begreifen.
Schwarz und weiß, na bitte sehr,
aber Streifen sind verquer.
Franz der Malermeister
tauchte ein koppheister
in den Eimer ihre Quaste,
was der Kuh erst recht nicht passte.
Unter lautem Brüllen, Rufen
schlug sie mit den Hinterhufen
ihm den Eimer aus der Hand.
Franz das gar nicht lustig fand.
Auch die Kuh kam nicht zur Ruhe,
schlug den Schwanz unter Gemuhe,
bis gescheckt Franz’ weißer Kittel,
schwarz gefleckt zu einem Drittel.
Dann erst drehte sie sich um
und fand wiederkäuend stumm
seltsam, was sie vor sich sah:
Wieso stand ein Ochse da?

Jugendbuch-Debatte im November bei Lehmkuhl

Die Romane „Die unterirdische Sonne“ von Friedrich Ani und „Bunker Diary“ von Kevin Brooks haben nach ihrem Erscheinen im Frühjahr eine heftige Debatte darüber ausgelöst, wie viel Grauen und Hoffnungslosigkeit im Jugendbuch sein darf. Beide Bücher erzählen von Elend und Folter und vom Versuch, Menschen ihre Freiheit und Würde zu nehmen. Beide spielen in einem unterirdischen Bunker.

Am 6. November um 20.30 Uhr Uhr werden Friedrich Ani und ich (als Übersetzer von Kevin Brooks) in der Buchhandlung Lehmkuhl in München-Schwabing über die Romane diskutieren.