Matt Haig hat ein gereimtes Kinderbuch geschrieben

Der amerikanische Erfolgs- Bestsellerautor Matt Haig hat einen kleinen gereimten Kinderroman geschrieben. Eine wunderschöne Geschichte über eine Elfe, die zur Wahrheit gezwungen ist und so immer das Falsche sagt, das niemand hören will. Das Buch mit Bildern von Chris Mould ist 120 Seiten lang und wird im Herbst 2020 bei dtv erscheinen, wo es fast alle Bücher des Autors auf Deutsch gibt. Und was mich besonders glücklich macht: Nach dem dicken Balladenroman „Zorgamazoo“ des Kanadiers Robert Paul Weston durfte ich nun auch Matt Haigs „The Truth Pixie“ übersetzen. In Amerika war das Buch sofort nach Erscheinen auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste. Nun freue ich mich, dass dieses liebevolle Buch im Herbst 2020 auch in Deutschland Kinder und Erwachsene begeistern wird, die Spaß an Sprache, an Reimen und schönen Wortspielen haben.

Neues von Michelle Cuevas

Eine der Autorinnen, die ich ganz besonders gern übersetze, ist Michelle Cuevas. Mit jeder Geschichte, die erscheint, überrascht sie mich wegen ihrer wunderbaren, völlig verrückten Einfälle. Erst war es der unsichtbare Freund Kasimir Karton, der sich im gleichnamigen Buch (schöner und passender ist der Name im amerikanischen Original, wo er Jacques Papier heißt) von seiner Freundin emanzipirt, die ihn sich als Freund einbildet, und auf eine kuriose, urkomische Abenteuerreise geht. Genauso schön ist auch das Bilderbuch „Der Flaschenpostfinder“ mit Illustrationen von E.E. Stead, in der ein Postbote unbedingt den Empfänger des sonderbaren Briefes in der Flasche ausfindig machen will. Und nun kommt im nächsten Frühjahr der Kinderroman „Der Tag, an dem mir ein kleines Schwarzes Loch zulief“ auf Deutsch heraus, die Geschichte eines Mädchens, das um seinen Vater trauert und ihre Erinnerungen in ein Schwarzes Loch wirft, um nicht mehr bedrückt zu sein. Absurd? Mitnichten. Ein traurig schönes, verrückt lustiges Buch, in dem es so sehr von Einfällen und Bildern sprudelt, dass das Weltall kaum genug Platz hat, sie alle aufzunehmen. Garantiert eines der schönsten Bücher im nächsten Frühjahr. Wie alle Bücher erscheint auch dieses bei Fischer – in der Reihe KJB.

MÄUSEKINO

3 Jahre lang hatte ich eine Idee im Kopf, drei Jahre lang habe ich an einem Konzept für ein neues Lyrik-Buch gearbeitet. Und im letzten Herbst, als gerade erst der Band „Die Muße der Mäuse“ erschienen war, fragte mich mein Verleger Dincer Gücyeter (Elif Verlag), was ich als Nächstes plane. Weil ich da schon viel überlegt und ausprobiert hatte, konnte ich ihm wenige Wochen später meine Buchidee vorstellen. Und zum Glück war er begeistert. Seither ist das Projekt MÄUSEKINO mächtig gewachsen. Es wird einen Umfang von 120 Seiten haben und im Mittelpunkt stehen 25 Gedichte, die ich mit Kindern in Workshops erarbeitet habe bzw. die mir einige Mädchen und Jungen danach zuschickten. Großartige, phantasiereiche, sprachspielerische Texte. Und in jedem Gedicht gibt es eine Maus. Warum? Weil ich als Kind immer von Mäusen gedichtet habe. Diese Reminiszenz wurde zur Auflage für jedes neue Gedicht. Rings um die Kindergedichte ranken sich andere Kapitel, die alle mit dem Schreiben von Gedichten als Kind zu tun haben. Doch was das Buch auf keinen Fall sein will, ist eine herkömmliche (belehrende) Versschule. Erscheinen wird es am 10. September 2020, versehen mit Bildern und einem Daumenkino von Manfred Schlüter, der schon „Die Muße der Mäuse“ verzaubert hat.

Gedichte von Peter Maiwald

Er ist zu Unrecht schon fast vergessen, seine Bücher sind nicht mehr lieferbar. Aber Kinder sollten die wunderbaren Gedichte von Peter Maiwald, der im Dezember 2008 im Alter von nur 62 Jahren starb, unbedingt kennen, denn sie zählen zum Besten, was es in der heutigen Kinderlyrik gibt. Beim Internet-Radiosender HÖRBAHN habe ich jetzt mehr als 20 Gedichte des Autors eingesprochen, um sie zumindest auf diesem Wege wieder zugänglich zu machen. Neben zahlreichen Lyrikbänden für Erwachsene veröffentlichte Maiwald drei Gedichtbücher für Kinder: „Die Leute von der Annostraße“ (1979), „Pauls Zauberland heißt Samarkand“ (1998) und „Die Mammutmaus sieht wie ein Mammut aus“ (2006).